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Schloss Duwisib

Auf einer Reise durch das weitläufige Ackerland und die riesigen Wüsten Namibias scheint es unwahrscheinlich, dass Sie auf ein Schloss stoßen. Eingebettet in die Hügel der halbtrockenen südlichen Namib-Region entpuppt sich Duwisib Castle jedoch als grandiose pseudo-mittelalterliche Festung, die in aller Stille eine Geschichte erzählt, in der Liebe, Ehrgeiz und die stürmischen Winde der Geschichte miteinander verwoben sind.

Erbaut von ‘Baron’ Hauptmann Hans Heinrich von Wolf, der 1873 in Dresden geboren wurde, ist Duwisib Castle ein Zeugnis der Träume und Bestrebungen eines deutschen Siedlers im damaligen Deutsch-Südwestafrika. Nach seiner Entsendung in die afrikanische Kolonie kehrte von Wolf nach Dresden zurück und heiratete am 8. April 1907 Jayta Humphrey, die Stieftochter des US-Konsuls. Das Paar entschied sich, Südwestafrika zu seiner Heimat zu machen und erwarb eine riesige Fläche von 55.000 Hektar Ackerland.

Der berühmte Architekt Wilhelm Sander wurde mit dem Entwurf betraut, und der Bau begann 1907. Die für den Bau der Burg verwendeten Sandsteine wurden mit Ochsenkarren aus einem etwa 2 Kilometer entfernten Steinbruch transportiert. Importierte Möbel aus Deutschland und geschickte Steinmetze aus Italien, Schweden und Irland verliehen der Festung im Herzen der afrikanischen Wüste einen Hauch von Pracht.

Als das Paar 1914 nach Europa reiste, um sein Pferdegestüt zu erweitern, änderte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs den Verlauf ihrer Reise. Das Schiff mit von Wolf und seiner Frau wurde nach Rio de Janeiro umgeleitet, wo Jayta Humphrey, die ihre amerikanische Staatsbürgerschaft behalten hatte, auf einem holländischen Schiff nach Europa übersetzen konnte. Die Legende besagt, dass Baron von Wolf sich während der Reise in der Kabine seiner Frau versteckt hat. Erstaunlicherweise hielt die Dame, die heimlich für beide bestellte, die Fassade eines gesunden Appetits aufrecht.

Nach seiner Ankunft in Europa schloss sich Baron von Wolf wieder der deutschen Armee an und fand sein Schicksal auf den Schlachtfeldern der Somme im Jahr 1916. Dies bedeutete das vorzeitige Ende ihres afrikanischen Traums, und Jayta kehrte nie wieder auf den Kontinent zurück, auf dem ihr ehrgeiziges Schloss als stummes Zeugnis stand.

Heute steht das Schloss Duwisib als nationales Denkmal und umfasst eine beeindruckende Fläche von 900 Quadratmetern mit einem geräumigen Innenhof. Das Museum ist für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet Besuchern die Möglichkeit, in die Vergangenheit einzutauchen und die üppigen Träume und die anschließende Tragödie zu erkunden, die sich in seinen Mauern abspielten. In jedem Stein, jedem Artefakt und jeder Ecke dieser Festung schwingt die komplexe Geschichte eines deutschen Barons, seiner amerikanischen Frau und der afrikanischen Träume mit, die leider nur von kurzer Dauer waren.